Da hetzen sie
vollbepackt
genervt und gestresst
und wollen dann
am Weihnachtsabend
Frieden und Ruhe
in ihren Familien haben
einmal im Jahr
Frieden
in Wirklichkeit
sind alle abgenervt
und würden gerne
auf Weihnachten
verzichten
Da hetzen sie
vollbepackt
genervt und gestresst
und wollen dann
am Weihnachtsabend
Frieden und Ruhe
in ihren Familien haben
einmal im Jahr
Frieden
in Wirklichkeit
sind alle abgenervt
und würden gerne
auf Weihnachten
verzichten
Ent-Täuscht
manchmal braucht es seine Zeit
doch dann kommt die Wahrheit ans Licht
eine Täuschung wird enttarnt
du bist zunächst ent-täuscht
doch zu guter Letzt
hast du was dazu gelernt
auf solche Seifenblasen
lässt du dich nicht mehr ein
morgens springt sie aus dem Bett
direkt unter die Dusche
heiß und kalt
während der Kaffee läuft
im Stehn dann ne Tasse
rein in die Kleider
und mit dem Auto auf die Arbeit
in die sie sich hineinstürzt
in der Pause ein Brötchen
unterwegs gekauft
noch einen Kaffee
und Arbeit bis zum Nachmittag
zu Hause eine kleine Mahlzeit
schnell gekocht
aus den Kleidern
auf die Couch
an den Computer
wieder Arbeit
spät ins Bett
Hektik Tag für Tag
was ist mit fünfundsechzig?
sie ist verbraucht
dem Herzinfarkt nahe
und fragt sich
war das alles?
Ein wunderbarer Diebstahl
Trotz des warmen Tages saß Elisa mit einer dicken Jacke im Klosterhof und bot ihre Früchte feil. Sie war stark erkältet und beim Husten schmerzte ihre Lunge. Jeden Morgen kam sie bei Zeiten in den Hof, stellte den Korb vor sich hin und setzte sich auf einen einfachen Holzstuhl. Manchmal konnte sie mit den eingenommenen Euros Brot und Fleisch kaufen. Allerdings lief das Geschäft in den letzten Tagen nicht so gut und sie hatte sich nur von ihren Früchten ernährt. Jetzt, wo Elisa dazu noch so erkältet war, fiel es ihr sehr schwer, die Melonen zu ernten und sich dann den ganzen Morgen und frühen Nachmittag in den Klosterhof zu setzen. Wenn das Geschäft gut lief, waren meist viele Touristen unterwegs, die eine Erfrischung für zwischendurch suchten. Aber wie gesagt, lief das Geschäft seit einigen Tagen gar nicht gut. Es waren kaum oder gar keine Touristen unterwegs.
Erschöpft, nach einem schmerzhaften Hustenanfall, lehnte sich Elisa seitlich gegen die Lehne und schloss ihre Augen. Laut lachende Kinder ließen sie hoch schrecken. Sie musste schon länger geschlafen haben. Als sie vor sich auf den Boden sah, war der ganze Korb verschwunden. Entsetzt sah sie um sich, sah aber nur die spielenden Kinder. Schwerfällig stand sie auf und ging betrübt nach Hause. Der Korb mit dem Inhalt war ungefähr 10 Euro Wert. Das war ein halber Wochenlohn, wenn sie ihn ganz verkauft hätte.
Sie zog ihre Jacke aus und griff dabei in die rechte Tasche, um ein Taschentuch heraus zu holen. Als sie nach dem Tuch griff, hatte sie plötzlich einen Zettel und einen Geldschein in der Hand. Es war ein Hunderteuroschein und auf dem Zettel las sie in zierlicher Schrift: „Entschuldigung, dass ich mich selbst bedient habe. Aber sie waren gerade am Schlafen und wir hatten solche Lust auf ihre herrlichen Melonen. Hoffentlich habe ich Ihnen halbwegs passend das Geld gegeben. Schönen Tag noch.“
Elisa ließ einen Jubelschrei gegen den Himmel los. Jetzt konnte sie sich Medizin kaufen und sich mal so richtig lange erholen.
kalte Dunkelheit kein Stern kein Mond sie lief durch die dunklen Straßen und hatte Angst nackte Angst nirgends Licht in einem der alten Häuser ein Geräusch hinter ihr schnell weg hier sie lief schneller Schritte folgten ihr dann griff ihr eine kalte Hand um den Hals und zerrte sie zu Boden der Schrei blieb ihr im Hals stecken der Mann mit der kalten Hand atmete schwer in der anderen hielt er ein Messer sie wusste nicht wie ihr geschah plötzlich packte sie die Hand mit dem Messer und entwand es ihm sie stach drei mal blind auf ihn ein dann sank er neben ihr auf den Boden
Michaela erwachte schweißgebadet. Neben ihr lag Manuel und schien ruhig zu schlafen. Sie warf die Decke zurück und sprang aus dem Bett. Immer wieder hatte sie diesen Traum. Ein Mann, der sie verfolgte und nach ihr packte, sie mit einem Messer bedrohte. Danach war sie meistens aufgewacht. Diesmal hatte der Traum eine Wendung erfahren. Sie hatte ihren Täter gestellt. Vielleicht war die Traumserie jetzt vorbei, so hoffte sie. Michaela setzte sich einen Kaffee auf und nahm in der Küche Platz. Nach diesen Träumen verlief der Rest der Nacht immer schlaflos, aber heute würde sie weiter schlafen können. Das spürte sie und war froh.
Erblühen
warmer Sonnenstrahl kitzelt
erste Knospen hervor
Insekten erwachen
schwirrend in noch kühler Luft
geahnter Frühlingshauch
frisch wehend
Wiesen werden bunt
laden zum Pflücken ein
Vögel nisten
es ist Frühling
DJ Ferdie trank zitternd seinen Tee. Der Superstar war anderes gewohnt. Mit achtundvierzig Jahren saß er jetzt vereinsamt in diesem Altenheim, in das er vor einem Jahr eingeliefert worden war. Nach einem Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholen konnte, hatte ihn seine Lebensgefährtin Susi hierher gebracht. Sie war unfähig, sich pflegend um ihn zu kümmern. Gewohnt, mit DJ Ferdie auf Parties zu glänzen, wilden Sex mit ihm zu haben, mit ihm zu saufen, hatte sie plötzlich einen Pflegefall am Hals, den sie so schnell wie möglich loswerden wollte. Da er nicht mehr sprechen konnte, war es ihm auch nicht möglich gewesen, sich gegen das Abschieben zu wehren. Besucht hatte sie ihn nur ein einziges Mal. Da kam sie mit ihrem neuen Lover ins Altenheim und hatte ihn wie einen geistig Behinderten behandelt. DJ Ferdie aber bekam durchaus alles sonnenklar mit.
Seit vier Wochen nun war es ihm gelungen, seine eingeteilten Schlaftabletten bei Seite zu schaffen. Er wollte seinem traurigen Dahinsiechen ein Ende bereiten und an einem Sonntag, fand Schwester Inge ihn dann tot im Bett. Eine kurze Zeit lang ging der Tod DJ Ferdies noch durch die Presse. Dann war auch er, wie so viele vergessen.
Habe heute meine Webseite überholt. War mal an der Zeit. Mit dem Design bin ich nicht so zufrieden. Hätte gerne ein Frame. Na, bei Gelegenheit. Dann bau ich mir noch mal ne Tabelle ein. Mein Buch: Durchs Leben pilgern wird jetzt auch gedruckt. Da freu ich mich sehr drauf. Hier ist eine Storie aus dem Erzählband:
Im Aus
Die Kneipe war leer und dunkel. Marina war wie immer der letzte Gast. Sie starrte auf ihr Glas und zog geistesabwesend an der Zigarette. „Darf ich wenigstens noch auf`s Klo gehen, bevor du mich rausschmeißt?“ lallte sie. Ohne eine Antwort abzuwarten schwankte sie zur Toilette. >Was will die denn noch auf dem Klo? Die hat doch schon die Hosen naß.< Der Wirt räumte ihr Glas ab und begann die Stühle hoch zu stellen. Dann leerte er die Aschenbecher und spülte die Gläser. „Verdammt noch mal. Wo bleibt die denn?“ Er klopfte an der Klotür. „Marina, schlaf nicht ein! Ich mach dicht. Wir haben halb zwei.“ Sie grummelte irgendwas.
Martin ging zu seinen Gläsern zurück. Marina hatte sich die Lippen in einem grellen Orange nachgezogen und die fettigen Haare hochgesteckt. Sie wedelte mit einem Fünfziger in der Hand und fragte, ob sie schon bezahlt habe. „Steck dein Geld ein. Du hast längst bezahlt.“ Er half ihr in den Mantel und brachte sie zur Tür. „Schlaf gut, Marina.“ „Du auch, mein Schatz.“ Sie lächelte schief und torkelte in die Kälte. Bis zur nächsten Kneipe, die noch auf hatte, war noch ein gutes Stück zu laufen. Sie ging durch die fast menschenleere Fußgängerzone. In ein paar Ecken saßen oder lagen Penner. Einer trank gerade an einer Rotweinflasche „He, gib mir mal nen Schluck,“ sagte sie. „Klar doch. Komm hock dich zu mir.“ Sie ließ sich auf dem kalten Stein nieder und trank. „Sag mal. Schläfst du etwa hier draußen?.“ „Was denn sonst?. Ich bin ein Penner.“ „Das wär mir zu kalt. Da friert man sich ja den Arsch ab,“ sagte sie und erhob sich wieder. „Ich zieh weiter. Danke noch für den Trunk.“
In der Gießkanne traf sie ein paar Nachtschwärmer, die zuvor in Martin`s Bistro gesessen hatten. Die Leute interessierten sie nicht. Sie bestellte ein Pils. „He, kannst du nicht was von Tina Turner oder so auflegen? Das Jazzgedudel raubt einem ja den letzten Nerv.“ Der Barkeeper lachte sie an. „Das ist eine Jazzkneipe. Noch`n Pils?“ Sie nickte schwerfällig. Dann zahlte sie und ging.
Es brauchte seine Zeit, bis sie den Schlüssel endlich im Schloß hatte. An der Wohnungstür dasselbe Spiel. Das Flurlicht war kaputt. Marina tastete sich ins Schlafzimmer, ließ den Mantel fallen und legte sich mit Schuhen ins Bett. Im ersten Moment drehte sich alles um sie. Dann verlor sie das Bewußtsein.
Gegen Mittag wachte sie in einer Lache von Erbrochenem auf. „Scheiße.“ Sie schlich ins Bad und hielt ihr Gesicht unter den kalten Wasserstrahl. Vergeblich suchte sie nach Zigaretten. Sie fluchte laut vor sich hin. Dann nahm sie ein Bier aus dem Kühlschrank und löschte ihren Brand.
Da sie es eilig hatte, an Zigaretten zu kommen, nahm sie nur ihr Geld und verließ ohne Mantel die Wohnung. Die eisige Kälte ernüchterte sie. Sie zog sich Zigaretten und wollte gerade die Haustür aufsperren, als sie merkte, dass sie ihren Schlüssel nicht dabei hatte. Er steckte im Mantel. Ohne groß zu überlegen ging sie zu Martin.
„Nanu? So früh schon unterwegs?“ „Ich komm nicht in die Wohnung. Hab` meinen Schlüssel oben liegen lassen. Mach mir`n Pils.“ Martin zapfte. „Ich hab` Bratkartoffeln mit Frikadellen.“ Er hatte ihr gar nicht richtig zugehört. Marina wollte nichts essen. Sie steckte sich eine Zigarette an und trank.
An diesem Abend ging sie schon bei Zeiten. Es war halb zwölf, als sie wieder an ihrer Haustür stand und ihr noch mal einfiel, dass sie ja den Schlüssel vergessen hatte. Da sie aber auch niemanden raus klingeln wollte, kauerte sie sich auf die Treppe. >Wird mir schon jemand aufmachen. Da kommen ja noch genug nach Hause.< Nach fünf Minuten war sie fest eingeschlafen.
Als Martin am übernächsten Tag die Zeitung aufschlug, las er: „Junge Frau im Hauseingang erfroren. Wie sich herausstellte, war sie eine Bewohnerin des Hauses und hatte wohl ihren Schlüssel in der Wohnung vergessen.“ Martin überlief ein Schauder. Hatte Marina nicht irgendwas von einem Wohnungsschlüssel gefaselt? Am Abend wurde ihm bestätigt, dass es sich tatsächlich um Marina handelte.
„Sie war vorgestern noch bei mir gewesen,“ sagte er und zapfte sein Bier.
Abschied
mit Tränen ging ich
Abschied von Dir
wieder alleine
aber frei
ein neuer Start
in ein neues Leben
ich freu mich drauf
vergessen will ich
was uns einst verband
nicht mehr weinen
nicht mehr trauern
frei sein